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Wissenswertes
Archive für September 2009
Durch den Wohnungsdschungel
5.9.2009 von dieJenny.
Das Abitur ist geschafft und das Gefühl, einen Meilenstein hinter sich liegen gelassen zu haben, prägt sich aus. Nun geht es an die weitere Lebensplanung. Ein Studium soll es sein. In – sagen wir – Medienwissenschaften, oder auch Medizin. Schön und gut, der eigene Abischnitt reicht nicht aus, also müssen Praktika her, um den Lebenslauf auf zu polieren und sich eine reelle Chance gegenüber den anderen gefühlten eine Millionen Bewerbern zu verschaffen.
Die Bewerbungsphase geht los, und als dann endlich - nach etwa einem Monat Ungewissheit - Zusagen ins Haus flattern und sich der Studienbewerber für eine Stadt und die genaue Fächerkombination entschieden hat, sollte doch das Schwerste geschafft sein, oder? Oder nicht! Denn nun kommt die kniffligste Aufgabe, die mit dem eigentlichen Studium noch rein gar nichts zu tun hat: Die Wohnungssuche. Man ist ja nicht allein als Neuanfänger an der Uni, und somit auch nicht der einzige, der eine neue Bleibe sucht.
Da sollte das Internet helfen - da findet man bekanntlich alles. Ein breites Spektrum an Angeboten lässt sich leicht ausfindig machen, gibt es doch Seiten wie wg-gesucht.de, studenten-wg.de, und natürlich immobilienscout24.de. Das sollte reichen. Eine eigene Wohnung und keine Wg, nicht zu teuer sollte es sein, am Besten zentral, man will ja gut hin und her kommen, und wenn möglich auch nicht das letzte Drecksloch. Man verlangt ja kein 5-Sterne Haus, doch ordentlich darf es sein.
Der Suchenende wird im WorldWideWeb fündig. Das Angebot sieht doch garnicht schlecht aus, 1 Zimmer, Küche, nah an der Uni, und die Kaltmiete beträgt rund 200 €. Das kann man sich leisten. Also schnell die Nummer wählen und einen Besichtigungstermin ausmachen!
„Ah ja, die Wohnung ist schon weg.“, klingt es dann am anderen Ende der Telefonleitung.
Schade, sah doch ganz gut aus die „Bude“, aber naja, weiter geht’s, es gibt ja schließlich genug andere Angebote. Wirklich?
Vielleicht bekommt der Wohnungssuchende aber auch bei den nächsten 20 Anzeigen die gleiche Antwort.
Vielleicht bekommt er aber auch einen Besichtigungstermin. Das ist doch schon mal gut, oder? Aber schon beim Ankommen am Objekt kann er sich seine Chancen auf diese Wohnung (oder auch das Zimmer) schon ausmalen, denn mit ihm warten mindestens 20 andere Bewerber vor der Haustür oder stapfen motiviert durch die Wohnung, die man selbst auch sehr schön findet. Studenten gibt es hier genug. Und eine Bleibe scheinen sie alle zu brauchen.
Diese Wohnung also nicht bekommen? Ist sie an einen der anderen Bewerber gegangen? Nun denn, weiter geht es! Nur nicht stressen lassen.
Alle Angebote im Internet schon durch? Und auch in der Zeitung war nichts dabei oder nichts frei? Hey Moment, da bei Wg-gesucht ist gerade ein neues Angebot reingekommen. Aha, ein Zimmer, separate Küche, relativ zentral. Sofort anrufen! Das Angebot ist erst eine halbe Stunde online, da hat man doch eine gute Chance…oder? Ring ring „Ah ja, die Wohnung ist gerade weg, hat ein Student gemietet.“, nun, allein ist man wohl wirklich nicht auf Wohnungssuche.
Dann versucht man es jetzt vielleicht anders herum. Erst einmal müssen die ohnehin nicht hohen eigenen Ansprüche runter geschraubt werden. Wird es eben keine separate Küche, und vielleicht liegt halt Teppich im Schlafzimmer, auch wenn man selbst Allergiker ist. Nun schaltet der Student selbst eine Anzeige:
Suche: 1-2 Zimmer Whg, Uninah, bis 300 € kalt
Am nächsten Tag klingelt also das Telefon, man verabredet sich zur Besichtigung. Natürlich kommt Freude über die Angebote, die einem gemacht werden, auf. Nun kommen die Leute zum Suchenden, das heißt zumindest, dass die Wohnung noch frei ist.
Oder wollen die Leute etwas ganz anderes los werden? Die meinen es ja alle nur gut. Uninah? Der wird wohl Student sein. Vielleicht will er auch nur ein Zimmer, werden wohl einige gedacht haben. Wie sonst sind die Anrufe all Jener zu erklären, die einem zwar keine Wohnung, aber ein Zimmer mit alten Möbeln anbieten wollen, ein Zimmer mit Bad auf dem Flur, oder gar eine Wohnung, die 20 km von der Uni entfernt ist? Naja, anschaun kann man sich das ja mal…schließlich ist das Angebot nicht riesig, die Nachfrage aber schon.
Los geht es also zur Wohnungsbesichtigung. Igitt, hier liegt Teppich, in der Dusche kann ich nicht stehen, die Küche ist so alt, dass sie auseinander zu fallen droht…, aber es gibt ja nicht unendlich viele freie Zimmer, Appartements oder Wohnungen. Man bedankt sich und will sich bis zum nächsten Tag melden. Aber zu lange warten sollte man nicht, die Vermieter haben schließlich auch noch andere Interessenten.
Weiter geht es also. Die nächste Wohnung ist eigentlich ganz schön, gefällt einem gut, aber man hat ja noch andere fünf Unterkünfte zu besichtigen. Man bedankt sich also, und will sich bald melden. Andere Interessenten gibt es auch hier.
Vielleicht hat man ja noch eine schöne Wohnung, über die es sich nachzudenken wohnt. Vielleicht auch nicht. Die nächste ist ewig weit von der Uni entfernt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Stunde Zeit verloren…ob das das Richtige ist? Nicht so wählerisch sein, ermahnt sich der Besichtigende nun selbst. Man bedankt sich also, sagt man wolle sich bis zum nächsten Tag melden.
Viel war nicht dabei…eigentlich auch nur eine Wohnung, die dem Studenten wirklich gefiel - eigentlich nur eine, die wirklich in Frage käme. Etwas teurer als die anderen ist sie natürlich - aber schön. Soll es diese nun sein? Oder soll die Suche weitergehen? Bis hierher war der Weg doch schon ziemlich müßig.
Nach langem Überlegen entscheidet sich der Suchende nun also, den Vermieter zu kontaktieren um ihm mitzuteilen, dass er das Objekt mieten will. Ring ring Na hoffentlich war da der andere Interessent nicht schneller…
Geschrieben in Jugend | Comments Off